Wie verbessere ich die Zahngesundheit meiner Familie?

Aktualisiert: vor 3 Stunden
Vorbeugen ist besser als bohren: Zahngesundheit beginnt bereits im Kindesalter und baut auf vier Säulen: Ernährung, Mundhygiene, Fluoridierung und regelmäßige Zahnarztbesuche. Wir bei Zahnärzte Dr. Mätzler in Dornbirn begleiten Familien vom ersten Milchzahn bis ins hohe Alter. Bei Kindern setzen wir auf Geduld und ein spielerisches Heranführen. Bei Erwachsenen und Senioren auf individuell passende Vorsorge.
So bereiten Sie Kinder Schritt für Schritt vor:
Früh beginnen
Ab 2,5 Jahren sollten Sie mit Ihrem Kind zur Früherkennung gehen und den Zahnarztbesuch zu einem normalen Teil des Alltags machen.
Spielerisch üben
Spielen Sie Zahnarzt mit dem Kuscheltier und zeigen Sie Ihrem Kind, was beim Zahnarzt passiert. Es gibt auch Bilderbücher, die dabei helfen.
Positiv sprechen
Reden Sie zu Hause positiv über den Zahnarzt. Vermeiden Sie “du musst keine Angst haben” oder “es tut nicht weh” und sagen Sie stattdessen “Der Zahnarzt schaut, ob die Zähne gesund und stark sind”.
Ruhe ausstrahlen
Je entspannter Sie sind, desto entspannter ist Ihr Kind.
Lob nach dem Besuch
Ein Lob oder eine gemeinsame Aktivität zur Belohnung verknüpft den Zahnarztbesuch mit einem positiven Erlebnis.

Warum ist Zahngesundheit Familiensache?
Zum einen, weil gemeinsame Routinen bei allen Beteiligten das Engagement fördern. Zum anderen, weil Kinder von ihren Eltern abschauen und nachmachen – das sogenannte Modellernen. Wenn Sie morgens zusammen vor dem Spiegel stehen und die Zähne putzen, lernen Kinder automatisch mit. Die Mundhygiene-Routine, die Sie vorleben, wirkt stärker als jede Anweisung.
Nicht nur Gewohnheiten werden übertragen, sondern auch Kariesbakterien (Streptococcus mutans) können sich innerhalb der Familie übertragen – zum Beispiel durch die gemeinsame Benutzung desselben Löffels, geteilte Gläser oder abgeleckte Schnuller. Umso wichtiger ist die gemeinsame Prophylaxe.
Tipp: Führen Sie morgens und abends feste Putzzeiten ein und erinnern Sie sich gegenseitig daran – auch wenn mal jemand keine Lust hat.
Ein kurzer Exkurs ins Modellernen
Der Psychologe Albert Bandura hat gezeigt, dass Kinder Verhalten durch Beobachtung lernen. Dazu beobachten sie eine andere Person und imitieren ihr Verhalten. Sie beobachten auch, welche Konsequenzen die Verhaltensweise für die Person hat. Wer also die eigene Putztechnik verbessert, kann damit auch die Zahngesundheit seiner Kinder positiv beeinflussen. Sie müssen Ihr Kind nicht überreden oder zwingen. Es kann schon helfen, wenn Sie es einfach zusehen und mitmachen lassen.

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Richtige Zahnputztechnik für jedes Familienmitglied
Altersgruppe | Technik | Besonderheit |
Kleinkinder | Schrubbmethode | Eltern putzen bis etwa zum 8. Lebensjahr nach |
Schulkinder | KAI-Methode | K – Kauflächen putzen A – Außenflächen putzen I – Innenflächen putzen |
Erwachsene | Bass-Technik | 3 Minuten, 2-mal täglich |
Senioren | Sanftes Kreisen | Zahnfleischrand beachten, Interdentalbürsten verwenden, wenig Druck ausüben |
Kleinkinder dürfen schrubben, weil die Feinmotorik noch nicht mehr zulässt. Die Eltern putzen nach, bis die Kinder etwa acht Jahre alt sind. Ab dem Schulalter hilft die KAI-Methode, weil sie eine feste Reihenfolge vorgibt und Kinder daran erinnert, alle Stellen zu putzen. Ab sechs Jahren kann auch eine elektrische Zahnbürste ein sinnvolles Hilfsmittel sein.
Erwachsene arbeiten am besten mit der Bass-Technik: Borsten in einem Winkel von etwa 45 Grad am Zahnfleischrand ansetzen und mit kreisenden Bewegungen den Belag lösen.
Eine Besonderheit gibt es für Senioren: Im Alter kann das Zahnfleisch zurückgehen. Die freilegenden Zahnhälse haben dann keinen Zahnschmelz, sondern deutlich weicheres Dentin. Zu hoher Putzdruck kann die Zahnhälse regelrecht abtragen. Weniger Druck bedeutet mehr Schutz. Nutzen Sie am besten mittelharte Borsten, sanfte Bewegungen und Interdentalbürsten für die tägliche Zahnpflege.
Ob Kind, Erwachsener oder Senior: In jeder Altersgruppe ist eine elektrische Zahnbürste die beste Lösung für die tägliche Zahnpflege, da sie Bewegungsablauf und Anpressdruck zuverlässiger und gleichmäßiger unterstützt als das manuelle Putzen.

Was besagt die 3-3-3-Regel für Mundhygiene?
Die 3-3-3-Regel empfiehlt, dreimal täglich jeweils drei Minuten lang die Zähne zu putzen. Am besten nach den drei Hauptmahlzeiten.
Nach jeder Mahlzeit verstoffwechseln Bakterien Zucker in Säure. Der pH-Wert im Mund sinkt und Mineralien lösen sich aus dem Schmelz. Danach beginnt die Remineralisierung durch Speichel und Fluorid. Je seltener und kürzer die Säureangriffe sind, desto besser ist das für die Zahngesundheit.
In Österreich wird empfohlen, die Zähne mindestens zweimal täglich, morgens und abends, zu putzen. Wer sich daran hält, macht schon vieles richtig. Wer besonders konsequent sein will, hält sich an die 3-3-3-Regel.
Prophylaxe-Intervalle für Familien: Wie oft zur professionellen Zahnreinigung?
Für gesunde Erwachsene sind mindestens zwei professionelle Zahnreinigungen pro Jahr sinnvoll. Sobald ein Risikofaktor dazukommt, steigt der Bedarf.
Gruppe | Intervall | Grund |
Kinder und Jugendliche | 1- bis 2-mal pro Jahr | bei Bedarf Fissurenversiegelung |
Gesunde Erwachsene | mind. 2-mal pro Jahr | Standardprophylaxe |
Parodontitis oder erhöhtes Kariesrisiko | 3- bis 4-mal pro Jahr | Erhöhter Betreuungsbedarf |
Implantatpatienten | 3- bis 4-mal pro Jahr | Risiko für Peri-Implantitis |
Die professionelle Zahnreinigung ergänzt die tägliche Routine zuhause. Sie korrigiert die Lücken, ersetzt aber nicht das tägliche Putzen. Zähneputzen reduziert das Entstehen von Plaque, dem Hauptverursacher von Karies und Parodontitis. Trotzdem lagern sich an schwer zugänglichen Stellen manchmal Beläge ab, die durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden.
Welches Intervall am besten zu Ihrer Familie passt, besprechen wir am besten in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Ernährung und Zahngesundheit: Worauf muss ich achten?
Für Ihre Zähne macht nicht immer die Menge das Gift, sondern vor allem die Häufigkeit. Nachmittags immer wieder Gummibärchen zu naschen, löst laufend neue Säureangriffe aus. Hier sind einfache Tipps, die Sie im Familienalltag umsetzen können:
Süßes zum Dessert, nicht zwischendurch
Für die Zähne ist die Häufigkeit wichtiger als die Menge. Einzelne Portionen auf den Tag verteilt starten Säureangriffe und dem Speichel fehlt die Zeit zum Gegensteuern.
Wasser als Standardgetränk
Stellen Sie dauerhaft eine Karaffe auf den Tisch.
Saft zum Essen, nicht als Nachmittagsgetränk
Fruchtsäfte, Limos und Eistee können erosiv wirken. Das heißt, die Säure greift direkt den Zahnschmelz an – unabhängig vom Zuckergehalt. Verdünnter Saft, der zur Mahlzeit getrunken wird, ist besser als über den Nachmittag hinweg.
Strohhalm verwenden
Die Flüssigkeit wird so besser an den Zähnen vorbeigeführt, was den Säurekontakt reduziert. Das ist vor allem bei Kindern sinnvoll, die gern langsam trinken.
Nach Saurem 30 Minuten warten
Der Zahnschmelz ist nach einem Säureangriff kurzzeitig weniger widerstandsfähig. Wer direkt nach dem Essen oder Trinken zur Zahnbürste greift, trägt ihn mit ab.
Fluoridhaltige Zahnpasta verwenden
Fluorid gehört zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Karies. Es unterstützt die Remineralisierung nach dem Essen und erhöht die Säureresistenz des Zahnschmelzes. Die Dosierung richtet sich nach dem Alter der Kinder. Lassen Sie uns beim Kontrolltermin darüber sprechen.
Zahnfreundliche Jausen packen
Käsewürfel, Gemüsesticks, Nüsse oder Vollkornbrot sättigen länger und lassen den pH-Wert im Mund stabil. Käse liefert dem Speichel zusätzlich Kalzium.
Weitere Tipps zur Zahngesundheit Ihrer Familie finden Sie auch in unserem Zahnmedizin Ratgeber.

Zahngesundheit in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft haben Mutter und Kind besonderen Schutzbedarf.
Gingivitis: Hormonell bedingt steigt in der Schwangerschaft das Risiko für Zahnfleischentzündungen deutlich an. Das Gewebe wird stärker durchblutet und reagiert empfindlicher auf Beläge. Die Folge ist eine Schwangerschaftsgingivitis: Das Zahnfleisch schwillt an und blutet beim Putzen. Viele Frauen putzen daraufhin vorsichtiger und seltener, was die Entzündung verstärkt. Richtig ist das Gegenteil: sanft, aber gründlich putzen, mit einer weichen Bürste und täglicher Zwischenraumpflege.
Parodontitis-Risiko: Bleibt die Entzündung bestehen, kann daraus eine Parodontitis werden. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen unbehandelter Parodontitis und Frühgeburten sowie niedrigem Geburtsgewicht. Ehrlich eingeordnet ist das eine statistische Assoziation und keine bewiesene Ursache-Wirkungs-Kette. Dennoch spricht der Zusammenhang für eine sorgfältige zahnmedizinische Betreuung.
Konkret bedeutet das: ein Kontroll- und ein Prophylaxetermin im ersten und im zweiten Trimester. Während der gesamten Schwangerschaft werden ausschließlich Akutbehandlungen durchgeführt, auf Röntgenaufnahmen wird komplett verzichtet.
Zahnpflege bei morgendlicher Übelkeit: Nach Erbrechen gilt dieselbe Wartezeit wie nach saurem Essen oder Trinken. Zunächst mit Wasser oder einer Fluoridspülung spülen, nach etwa dreißig Minuten putzen. Und weil Kariesbakterien von der Mutter auf das Kind übertragen werden können, lohnt sich jede Behandlung vor der Geburt doppelt.
Wir begleiten Sie in dieser Phase und nehmen uns ausreichend Zeit für die Fragen, die sonst zwischen allen anderen Terminen untergehen.
Familienfreundliche Zahnarztpraxis in Dornbirn
Bei uns in der Praxis Zahnärzte Dr. Mätzler ist die ganze Familie willkommen – vom ersten Milchzahn bis zum festsitzenden Zahnersatz. Seit drei Generationen begleiten wir Familien und verbinden diese Erfahrung heute mit moderner Zahnmedizin und spezialisierten Behandlungen.
Gerade bei Kindern nehmen wir uns Zeit, damit sie den Zahnarztbesuch von Anfang an als etwas Normales erleben. Und auch bei Eltern und Großeltern schauen wir nicht nur auf einzelne Zähne, sondern auch darauf, welche Vorsorge und Behandlung zur jeweiligen Lebensphase passt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Tipps gibt es für die Zahngesundheit?
Kurz und bündig:
mindestens 2-mal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen
tägliche Zahnzwischenraumpflege
zuckerarme Ernährung, viel Wasser
regelmäßige professionelle Zahnreinigung
Was besagt die 3-3-3-Regel für die Mundhygiene?
Zähneputzen dreimal täglich, drei Minuten, nach den drei Hauptmahlzeiten. Das ist die Merkregel für sehr konsequentes Putzen. In Österreich wird mindestens zweimal täglich empfohlen.
Welche zusätzlichen Maßnahmen gibt es für die Zahngesundheit?
Fluoridhaltige Mundspülungen, Mundduschen und Zungenschaber sind sinnvolle Ergänzungen, besonders bei Zahnspangen, Implantaten oder eingeschränkter Handmotorik. Ein Ersatz für Bürste, Zwischenraumpflege und professionelle Prophylaxe sind sie nicht. Für Ölziehen und ähnliche Volksheilmethoden fehlt die wissenschaftliche Evidenz.
Dr. Lukas Mätzler, M.Sc. ist Zahnarzt und Inhaber der Zahnärzte Dr. Mätzler im Zentrum von Dornbirn. Seine Schwerpunkte liegen in der Implantologie und der ästhetischen Zahnheilkunde. Die Praxis wird familiengeführt in dritter Generation. In den Beiträgen des Zahnmedizin Ratgebers erklärt er zahnmedizinische Themen verständlich und aus der täglichen Praxis, damit Patientinnen und Patienten schon vor dem Termin wissen, worauf es ankommt.


